Auf den harten Winter folgte ein warmer und trockener April, der Mai war von keinerlei Extremen gekennzeichnet, während der Juni immerhin eine ausgeprägte Schafskälte bereithielt. Ähnlich unspektakulär gestaltete sich das Auftreten der Brut- und Gastvögel. Für Vogelbeobachter, die unter Bluthochdruck oder jäh einsetzenden Erregungszuständen leiden, waren Frühling und Frühsommer 2009 ein wahrer Jungbrunnen. Für alle anderen haben wir zum Trost ein tiefgründiges Lao-Tse-Zitat von zeitloser Gültigkeit in die Überschrift aufgenommen…

Abb. 1: Neuntöter auf dem Kerstlingeröder Feld. Foto: M. Siebner
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Juli 11th, 2009
Liebe Anwesende!
In nur 10 Jahren, also einer naturgeschichtlichen Millisekunde, können sich im Leben von Vogelpopulationen rasante Veränderungen - zum Guten wie zum Schlechten - vollziehen. Darüber wird G. Brunken später referieren. Sein Beitrag soll in erweiterter Form im nächsten Heft der „Naturkundlichen Berichte…” erscheinen. Zuvor bitte ich um Aufmerksamkeit für einige Anmerkungen zur Bestandsdynamik, ökologischen Nischenbesetzung und reproduktiven Fitness unseres Arbeitskreises im ersten Jahrzehnt seines Bestehens.
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Juni 14th, 2009
Ist man auf ewig dazu verdammt, in einer trostlosen Wiederholung von Kalamitäten zu vegetieren - gebeutelt von kapitalistischen Krisen, hinters Licht geführt von den Herrschenden, angeekelt vom klebrigen Auswurf der Unterhaltungsindustrie? Und sind es im Grunde nicht immer die gleichen Vogelarten, die als sogenannte Seltenheiten unsere Region beehren? Gibt es wirklich nichts Neues unter der Sonne? Auf diese existentielle Frage hat das in drei Niederlagen gestählte Quartett der “Göttinger Sozialbrachvögel” (Hans H. Dörrie, Christoph Grüneberg, Mathias Siebner und Frontfrau Nikola Vagt) jetzt eine Antwort erhalten. Sie lautet: Nein! Zum ersten Mal wurden wir nämlich nicht gedemütigt! 113 Vogelarten in ca. 18 Stunden sind für einen kleinen Ausschnitt des tiefen Binnenlands ein passables Ergebnis. Es kam vor allem deshalb zustande, weil, anders als im Vorjahr, das Hainholz und der ehemalige Truppenübungsplatz Kerstlingeröder Feld wieder in die Rennstrecke einbezogen wurden.
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Mai 9th, 2009
Der Winter 2009 war einer der härtesten der jüngeren Regionalgeschichte und machte den südlichen Landeszipfel zum Kältepol Niedersachsens. Zwar fiel er nicht besonders schneereich aus, doch sorgte eine ab dem 31.12.2008 über 15 Tage anhaltende Periode strengen Dauerfrosts mit Nachttemperaturen von bis zu - 24°C dafür, dass sogar die Leine stellenweise zugefroren war. Die Geschiebesperre Hollenstedt war bis auf das schmale Flussbett mit einem dicken Eispanzer bedeckt, ebenso alle Stillgewässer. Am Göttinger Kiessee blieben wegen des Leine-Zulaufs selbst auf dem Höhepunkt der Kältewelle noch ca. 250 m² eisfrei und ermöglichten damit einigen Wasservögeln das Überleben. (more…)
März 26th, 2009
Das aktuelle Heft der vom Arbeitskreis Göttinger Ornithologen herausgegebenen Zeitschrift ist diesmal etwas schmaler ausgefallen als sonst. Das nächste wird mit Sicherheit wieder dicker geraten!
Band 13 enthält auf 107 Seiten den wiederum recht umfangreichen avifaunistischen Sammelbericht des Jahres 2007 für den Raum Göttingen und Northeim (H. Dörrie), eine Brutvogelbestandsaufnahme der Moore-Niederung bei Höckelheim, Stadt Northeim, aus dem Jahr 2008 (U. Heitkamp) sowie eine kommentierte Artenliste der Wirbellosenfauna des NSG „Denkershäuser Teich“ bei Northeim (U. Heitkamp).
Das Heft kann für 12 € zuzgl. Porto bei Prof. Dr. U. Heitkamp, Bergstr. 17, 37130 Gleichen-Diemarden (E-Mail planungsbuero[at]uheitkamp.de) bestellt werden.
März 3rd, 2009
Interview. Der Rotmilan ist eine Charaktervogelart der offenen Kulturlandschaft und eine Art mit ganz besonderer Bedeutung für den Natur- und Artenschutz. Der AGO-Mitarbeiter Gerd Brunken hat in den zurückliegenden Jahren die Brutbestände dieses eleganten Greifvogels im südlichen Niedersachsen, einem Verbreitungsschwerpunkt der Art, unter die Lupe genommen. Wir sprachen mit ihm über die Ergebnisse seiner Untersuchung.

Foto: Volker Hesse.
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Februar 27th, 2009
Abb. 1: Trauerente am Göttinger Kiessee. Foto: M. Siebner
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November 27th, 2008
Soll man darüber räsonieren, dass es sich der NABU mit dem Vogel des Jahres 2009 wieder einmal recht einfach gemacht hat? Wären, nur als Beispiel, Habicht und Kolkrabe nicht bessere Kandidaten gewesen? Beide geraten zunehmend ins Visier hasserfüllter Interessengruppen und sind massiven illegalen Verfolgungen ausgesetzt. Dem anachronistischen, aber äußerst vitalen Gedankengut, das Vogelarten in nützlich und schädlich selektiert, kommt man nicht bei, wenn Jahr für Jahr konsensfähige Sympathieträger präsentiert werden.
Wie auch immer: Die Wahl des Eisvogels zum gefiederten Jahresemblem - er durfte sich bereits 1973 dieser Ehrung erfreuen - kann zum Anlass genommen werden, seine Naturgeschichte in unserer Region nachzuzeichnen.

Abb. 1: Eisvogelweibchen am Flüthewehr. Foto: M. Siebner
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November 9th, 2008
Kommen enigmatische Vogelarten, deren Lebensweise geheimnisumwittert ist, nur in tropischen Regenwäldern oder unzugänglichen Hochtälern der Anden und des Himalaja vor? Keineswegs! Unsere extrem erschlossene Nutzlandschaft beherbergt einen gefiederten Leisetreter, der zwar bekannt ist, aber zumeist unsichtbar und kaum erforscht seinen Geschäften nachgeht: die Wachtel. Ansiedlungs- und Fortpflanzungsstrategie sowie das komplexe Migrationsverhalten dieses faszinierenden Feldbrüters werfen eine Vielzahl von Fragen auf.
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August 1st, 2008
Das Frühjahr begann mit einem kalten März und Schneefällen bis in die letzte Dekade ausgesprochen ungemütlich. Erst ab Mitte April setzte wärmeres Frühlingswetter ein. Der Mai fiel dagegen überdurchschnittlich warm und außergewöhnlich trocken aus. Im Juni sorgten kurze Regenperioden und vereinzelte Wärmegewitter endlich für die lang ersehnten Niederschläge. (more…)
Juli 2nd, 2008
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